Mick Umzüge

Schwarze Schafe unter Umzugsfirmen erkennen

Die allermeisten Umzugsfirmen arbeiten ordentlich. Ein paar wenige aber leben davon, mit niedrigen Preisen zu locken und am Umzugstag nachzuverhandeln. Wir erzählen, was wir von Kunden gehört haben, und wie Sie solche Anbieter vorher erkennen.

22. September 20263 Minuten LesezeitRedaktion Mick Umzüge

Wir bekommen regelmäßig Anrufe von Menschen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Manchmal am Abend des Umzugstags, manchmal Wochen später, wenn sie zum nächsten Mal umziehen und es diesmal anders machen wollen. Die Geschichten ähneln sich auf eine Weise, die uns ärgert, weil sie der ganzen Branche schaden.

Drei typische Fälle

Die folgenden Fälle sind zusammengefasst und verfremdet. So oder sehr ähnlich werden sie uns aber immer wieder erzählt.

Der Preis am Telefon

Ein Paar aus Rohrbach bekam am Telefon einen Pauschalpreis von 490 Euro für eine Dreizimmerwohnung. Ohne Besichtigung, ohne schriftliches Angebot. Am Umzugstag kamen zwei Männer mit einem Transporter. Nach der ersten Fuhre hieß es, das Volumen sei viel größer als angegeben, eine zweite Fahrt koste extra. Am Ende standen über 1.400 Euro im Raum, zahlbar in bar, bevor die zweite Ladung ausgeladen wurde.

Die Anzahlung

Eine Studentin fand online eine Firma mit ansprechender Website und günstigen Preisen. Sie überwies 200 Euro Anzahlung, um den Termin zu sichern. Am Umzugstag kam niemand, die Telefonnummer war nicht mehr erreichbar. Die Website war zwei Wochen später verschwunden.

Die Subunternehmer

Ein älterer Herr hatte eine bekannte Firma beauftragt. Gekommen ist eine Kolonne, die kaum Deutsch sprach, keine Decken dabeihatte und von der Firma, die den Auftrag angenommen hatte, nie gehört haben wollte. Für Schäden an der Kommode fühlte sich danach niemand zuständig.

Die Warnzeichen

Keine dieser Geschichten kam aus heiterem Himmel. Es gab vorher Hinweise, die man im Nachhinein leicht erkennt. Darauf sollten Sie achten:

  • Ein Preis ohne Besichtigung. Wer eine Wohnung nicht gesehen hat, kann keinen seriösen Festpreis nennen. Ausnahmen sind sehr kleine Umzüge oder eine ausführliche Videobesichtigung.
  • Ein Preis deutlich unter allen anderen. Liegt ein Angebot 40 Prozent unter den übrigen, fehlt etwas. Oder es soll später nachgefordert werden.
  • Nichts Schriftliches. Kein Angebot, kein Vertrag, keine AGB. Nur ein Termin und ein Betrag am Telefon.
  • Vorkasse. Seriöse Firmen verlangen höchstens bei Sonderfällen eine Anzahlung, niemals die volle Summe vorab.
  • Nur Barzahlung. Wer keine Überweisung akzeptiert, will oft keine Spuren hinterlassen. Ohne Überweisung können Sie die Kosten übrigens auch nicht von der Steuer absetzen.
  • Keine richtige Adresse. Im Impressum steht nur ein Postfach, eine Mobilnummer oder eine Adresse, an der laut Kartendienst ein Wohnhaus ohne jedes Firmenschild steht.
  • Häufige Namenswechsel. Dieselbe Telefonnummer taucht unter verschiedenen Firmennamen auf.
  • Druck. Das Angebot gilt nur heute, sonst ist der Termin weg.

Ein Unternehmen in zehn Minuten prüfen

Sie brauchen dafür nur ein Handy und etwas Geduld.

  1. Schauen Sie ins Impressum. Dort müssen vollständiger Name, ladungsfähige Anschrift und eine Kontaktmöglichkeit stehen, bei Kapitalgesellschaften auch Handelsregister und Geschäftsführung.
  2. Geben Sie die Anschrift in einen Kartendienst ein. Gibt es dort eine Halle, ein Firmenschild, Fahrzeuge mit Logo?
  3. Suchen Sie den Firmennamen zusammen mit Begriffen wie Erfahrung oder Bewertung. Schauen Sie auch, wie lange es das Unternehmen schon gibt.
  4. Rufen Sie an, und zwar zu einer ungewöhnlichen Zeit. Geht jemand ran, der Auskunft geben kann?
  5. Fragen Sie konkret: Wer kommt am Umzugstag? Sind das Ihre eigenen Mitarbeiter?

Wenn es schon passiert ist

Am Umzugstag wird plötzlich mehr Geld verlangt, und Ihr Hab und Gut steht im Lkw. Das ist eine schlimme Situation. Ein paar Dinge helfen:

  • Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich die angeblichen Mehrkosten schriftlich begründen.
  • Bezahlen Sie nur den vereinbarten Betrag und lassen Sie sich die Zahlung quittieren.
  • Machen Sie Fotos vom Fahrzeug, vom Kennzeichen und von den beteiligten Personen.
  • Wird Ihr Umzugsgut zurückgehalten oder werden Sie bedroht, rufen Sie die Polizei. Eine Umzugsfirma darf für berechtigte Forderungen aus dem Vertrag ein Pfandrecht geltend machen, nicht aber für willkürliche Nachforderungen.
  • Holen Sie sich danach Rat bei der Verbraucherzentrale oder einer Anwältin.

Woran Sie eine gute Firma erkennen

Nicht nur an dem, was fehlt. Eine gute Umzugsfirma nimmt sich Zeit für die Besichtigung, schreibt ein nachvollziehbares Angebot, nennt Ihnen einen Ansprechpartner und beantwortet unangenehme Fragen offen. Sie hat eine Adresse, die man besuchen kann, Fahrzeuge mit ihrem Namen darauf und Mitarbeiter, die das nicht zum ersten Mal machen.

Wir halten es selbst so: Wir besichtigen vor Ort oder per Video, schreiben einen Festpreis, verlangen keine Vorkasse und schicken unsere eigenen Leute. Wie Sie Angebote verschiedener Firmen fair vergleichen, steht in unserem Beitrag Die richtige Umzugsfirma finden.

Reden wir über Ihren Umzug

Erzählen Sie uns kurz, was ansteht. Wir melden uns, sehen uns die Wohnung an und schicken Ihnen danach einen schriftlichen Festpreis.

Lieber direkt sprechen? 06221 7239240

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