Ein WG-Zimmer, ein Apartment im Erdgeschoss, ein paar Möbel und eine Handvoll kräftiger Freunde: Dafür braucht niemand zwingend eine Umzugsfirma. Je größer die Wohnung, je höher die Etage und je weiter der Weg, desto eher kippt die Rechnung aber. Damit Sie das für sich einschätzen können, gehen wir hier alles durch.
Das richtige Fahrzeug
Für die meisten Umzüge in Eigenregie reicht ein Transporter bis 3,5 Tonnen. Den dürfen Sie mit einem normalen Pkw-Führerschein der Klasse B fahren. Ein großer Kastenwagen fasst etwa 12 bis 14 Kubikmeter. Das reicht für ein bis zwei Zimmer pro Fahrt.
Größere Lkw bis 7,5 Tonnen setzen die Fahrerlaubnis C1 voraus. Ältere Führerscheine der Klasse 3, ausgestellt vor 1999, schließen diese Fahrzeuge meist mit ein. Bedenken Sie aber: Ein großer Lkw fährt sich anders, braucht in Heidelbergs Altstadtgassen viel Platz und muss irgendwo parken können.
- Reservieren Sie früh, besonders zum Monatsende.
- Prüfen Sie die Selbstbeteiligung der Versicherung. Sie liegt oft bei 1.000 Euro und mehr.
- Achten Sie auf die Freikilometer. Mehrere Fahrten zwischen zwei Stadtteilen summieren sich.
- Fotografieren Sie das Fahrzeug bei der Übernahme von allen Seiten.
Wie viele Helfer Sie brauchen
Unsere Faustregel: ein Helfer pro Zimmer, plus einer. Für eine Zweizimmerwohnung also drei Leute, plus Sie selbst. Weniger geht, dauert aber deutlich länger. Wichtiger als die Zahl ist, dass Ihre Helfer pünktlich kommen und den ganzen Tag bleiben. Zwei Leute, die um 9 Uhr da sind, sind mehr wert als fünf, die zwischen 11 und 15 Uhr vorbeischauen.
Teilen Sie die Rollen auf: Einer bleibt im Lkw und stapelt, die anderen tragen. Wer stapelt, entscheidet, ob am Ende alles reinpasst.
Die Ausrüstung
Ohne das richtige Werkzeug wird jeder Umzug zur Quälerei. Diese Dinge sollten Sie organisieren, leihen oder mieten:
- Sackkarre für Kartonstapel und Waschmaschine
- Zwei bis vier Möbelroller
- Tragegurte für schwere Möbel
- Decken oder alte Bettdecken zum Polstern
- Spanngurte zum Sichern der Ladung
- Akkuschrauber mit Bitsatz, Inbusschlüssel, Hammer
- Arbeitshandschuhe für alle
- Klebeband, Stifte, Müllsäcke, Stretchfolie
Parken und Halteverbot
Auch für private Umzüge können Sie eine Halteverbotszone beantragen. In Heidelberg geht das bei der Straßenverkehrsbehörde der Stadt, in den Gemeinden beim Ordnungsamt. Die Schilder müssen Sie selbst besorgen und mindestens drei Tage vorher aufstellen. Es gibt Firmen, die beides für Sie erledigen. Planen Sie dafür zwei bis drei Wochen Vorlauf ein.
Versicherung: was passiert, wenn etwas schiefgeht
Das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen.
- Schäden an Ihren Sachen: Freunde haften bei leichter Fahrlässigkeit in der Regel nicht, weil sie Ihnen einen Gefallen tun. Ihre Hausratversicherung zahlt bei Umzugsschäden meist auch nicht. Was kaputtgeht, ist dann einfach kaputt.
- Schäden am Treppenhaus oder an der Wohnung: Hier kann Ihre eigene Haftpflichtversicherung greifen. Fragen Sie vorher nach.
- Verletzungen: Private Umzugshelfer sind in der Regel nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Eine private Unfallversicherung hilft. Rückenschäden durch falsches Heben zahlt allerdings kaum eine Versicherung.
- Unfälle mit dem Transporter: Gedeckt durch die Versicherung des Vermieters, abzüglich Selbstbeteiligung. Lassen Sie nur Leute fahren, die im Mietvertrag eingetragen sind.
Was ein Umzug in Eigenregie wirklich kostet
Ein Beispiel für eine Zweizimmerwohnung innerhalb Heidelbergs:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Transporter 3,5 t, ein Tag, mit Kilometern | 110 bis 170 € |
| Tankfüllung | 25 bis 40 € |
| Kartons, Klebeband, Folie, Decken | 70 bis 120 € |
| Zwei Halteverbotszonen | 180 bis 260 € |
| Verpflegung für vier Helfer | 50 bis 80 € |
| Geschenk oder Gegenleistung für die Helfer | 50 bis 150 € |
| Zusammen | 485 bis 820 € |
Dazu kommen ein bis zwei Tage Ihrer eigenen Zeit, eventuell ein Urlaubstag und das Risiko für Schäden. Rechnet man das gegen den Festpreis einer Umzugsfirma, ist die Differenz oft kleiner, als man denkt. Woraus sich unsere Preise zusammensetzen, steht in der Übersicht zu Umzugskosten in Heidelberg.

Die Mischform: selbst packen, Profis tragen lassen
Viele unserer Kunden machen es so: Sie packen selbst, bauen kleine Möbel selbst ab und buchen uns nur für das Tragen und den Transport. Das spart einen guten Teil der Kosten, und die schwere Arbeit liegt bei Leuten, die dafür ausgerüstet und versichert sind.
Eine andere Variante: Sie ziehen selbst um und holen uns nur für die Dinge, die wirklich schwer oder heikel sind. Das Klavier, die Waschmaschine aus dem Keller, den massiven Eichenschrank. Für solche Einzelstücke gibt es unseren Möbel- und Klaviertransport.
Wann wir abraten, selbst umzuziehen
- Bei Wohnungen ab drei Zimmern mit voller Einrichtung
- Bei Altbauten ab dem dritten Stock ohne Aufzug
- Bei Klavieren, Tresoren, Aquarien oder sehr wertvollen Möbeln
- Wenn Sie gesundheitlich nicht schwer heben sollten
- Bei Fernumzügen mit mehreren hundert Kilometern
- Wenn Ihre Helfer nicht ganz sicher zugesagt haben
Alles andere ist mit guter Planung machbar. Unser Zeitplan für den Umzug hilft auch dann, wenn Sie alles selbst machen.


